Das LEILAC2-Projekt

LEILAC2 ist das Folgeprojekt, das 2020 startet, und vom EU-Programm "Horizon 2020" mit 16 Mio. Euro gefördert und durch zusätzliche Beiträge der Industrie unterstützt wird.

Im Rahmen des LEILAC2 Projekts wird eine Demonstrationsanlage gebaut, mit der 20 % der Prozessemissionen eines regulären Klinkerofens - rund 100.000 t CO2 pro Jahr - abgeschieden werden können. Damit soll auch die Gesamteffizienz der Technologie demonstriert werden, da der Reaktor in einer Art zweiter Vorwärmerstrang-Konfiguration in die Ofenlinie integriert wird. In dieser Konfiguration wird das kalzinierte Material direkt dem bestehenden Drehrohrofen zugeführt, sodass die Auswirkungen auf die Klinkerqualität sowie die Energieeffizienz nachgewiesen werden können. Die Demonstrationsanlage wird auch die Anwendbarkeit weniger kohlenstoffintensiver Wärmequellen für die erforderliche Kalzinierungswärme zeigen, u.a. die Verwendung von Elektrizität und alternativen (biomassereichen) Brennstoffen. Das Projekt hat das Ziel, die erwarteten Investitions- und Betriebskosten für eine Anwendung in vollem Umfang zu validieren, ein modulares Design für eine Vergrößerung des Maßstabs, Betriebs- und Wartungsdetails sowie Überlegungen zur Integration und zum Anlagenlayout zu entwickeln.

Das Unternehmen HeidelbergCement, das erneut erhebliche Unterstützung und Bereitschaft zur Förderung der neuartigen Technologie im Bereich der Kohlenstoffdioxid-Abscheidung zeigt, hat sich bereit erklärt, die Demonstrationsanlage in seinem Zementwerk in Hannover (Deutschland) zu integrieren. Die technische Entwicklung für diesen ehrgeizigen Bau haben, unterstützt von HeidelbergCement, IKN, CEMEX, CIMPOR, Certh, Polimi und Calix, begonnen. Mit dem Ziel, so schnell wie möglich eine kommerziell relevante Lösung zu erreichen und die verbleibenden Hauptrisiken so weit wie möglich zu beseitigen, soll diese Anlage bis 2023 einsatzbereit sein.

Mit Unterstützung von Engie Laborelec wird LEILAC2 auch die Elektrifizierung der Pilotanlage LEILAC1 beaufsichtigen. Dabei wird die Fähigkeit für schnelle Hoch- und Herunterfahrzeiten des Prozesses unter Verwendung von Elektrizität getestet (schneller Wechsel von Brennstoff zu Elektrizität). Dies könnte es ermöglichen, dass Klinkeröfen intermittierend Strom vom Netz nutzen können, um Leistungsspitzen auszugleichen und das Netz zu stabilisieren. Dies ist eine wichtige Forderung für die umfassende Energiewende, bei der mehr erneuerbare Energieerzeugung ermöglicht wird, ohne dass zusätzliche intermittierende Erzeugung aus fossilen Kraftwerken oder Verluste und Kosten für große Batterien/Energiespeicher erforderlich sind.

Zusätzlich zu den wichtigsten Technologiezielen, die demonstriert werden sollen, umfasst das Projekt eine gründliche Analyse der potenziellen Bestimmungsorte des abgeschiedenen CO2, sowohl für Nutzungsprozesse (CCU) als auch für die sichere geologische Speicherung (CCS). Zwar gibt es keine Pläne, das CO2 aus der Demonstrationsanlage tatsächlich zu speichern oder zu nutzen, jedoch wird diese Analyse ein besseres Verständnis der allgemeinen und lokalen Situation und der potenziellen Nutzungs- oder Speichermöglichkeiten geben.