Die LEILAC1-Pilotanlage

2013 nahm Calix erstmals den Betrieb mit einem Reaktor im kommerziellen Maßstab auf, der CO2 erfolgreich direkt von Magnesiummineralen abtrennte. Allerdings ist die Temperatur, die notwendig ist, um CO2 aus Kalkstein zu trennen, deutlich höher. Sorgfältige technische Entwicklung und umfangreiche Tests sind erforderlich, um diese Technologie für die Zement- oder Kalkindustrie anzuwenden.

Um die Anwendbarkeit dieser Technologie in der Zement- und Kalkindustrie nachzuweisen, wurde im Rahmen des LEILAC1-Projekts eine Pilotanlage im Werk von HeidelbergCement im belgischen Lixhe errichtet. Dies ermöglichte 2019 erstmalig den Einsatz der Technologie in der Zementherstellung. 2016 startete das Projekt, nachdem es von der EU im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 gefördert wurde. Umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit waren notwendig, um das erste Pilotprojekt zu entwerfen und zu konstruieren - unter Einbeziehung der engagierten, flexiblen und professionellen Beiträge aller Projektpartner - insbesondere ECN als Teil von TNO, Imperial College, PSE, HeidelbergCement, Lhoist, CEMEX, Tarmac und Calix - die eine fundamentale Rolle in der Konstruktion und technischen Entwicklung spielen: von der umfangreichen CFD-Modellierung bis hin zur technischen Expertise und Leitung.

Im Oktober 2016 beschloss das Projekt den Meilenstein der Pre-FEED-Studie. Eine endgültige Investitionsentscheidung wurde Mitte 2017 getroffen. Obwohl es sich um ein neuartiges Pilotprojekt handelte, konnte die Anlage dank des Engagements der beteiligten Partner und Auftragnehmer, im Jahr 2019 frist- und budgetgerecht gebaut werden.

Mit der Aufnahme des Betriebs sind die ersten Versuche des LEILAC-Pilotprojekts äußerst vielversprechend und die Technologie funktioniert wie erwartet. Bei den Versuchen des Pilotprojektes werden für verschiedene Testkampagnen entweder ein Nebenstrom des Rohmehls des beherbergenden Werks oder Rohmehl und Kalkstein anderer Quellen verwendet, wobei der Reaktor bei kurzen und langen Laufzeiten so stark wie möglich beansprucht und der Stahl des Reaktors auf über 1.000°C erhitzt wird. Das Pilotprojekt muss zwar noch bis zur vollen Kapazität ausgereizt werden, kann aber eine CO2-Abscheidungsrate von etwa 18.000 Tonnen pro Jahr erreichen, was den jährlichen Emissionen von etwa 8.000 Autos entspricht.

Um die weitere Entwicklung zu beschleunigen, wird LEILAC einen technisch-wirtschaftlichen Strategieplan vorlegen. Das Projekt umfasst zudem zahlreiche Aktivitäten zum Wissensaustausch, wie zum Beispiel ein Besucherzentrum im Werk in Lixhe (BEL) indem die Pilotanlage steht.

Um die erforderlichen Emissionsreduzierungen bis 2050 zu erreichen, müssen CCS und CCU bei der überwiegenden Mehrheit der Zement- und Kalköfen angewendet werden, abhängig von den Erfolgen der anderen, bereits erwähnten, Initiativen zur CO2-Reduzierung. LEILAC kann eine solide Technologie zu demonstrieren, die Europa dabei unterstützt, diese Ziele rechtzeitig, effektiv und effizient zu erreichen.

(Siehe die FAQ für weitere Informationen).

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This project has received € 12m of funding from Horizon 2020 program for research and innovation of the European Union under the grant agreement No 654465.