Klimawandel

Das weltweite Engagement, auf die unbestreitbare Gefahr des Klimawandels zu reagieren, hat zugenommen. Die Annahme des Übereinkommens von Paris, der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (engl. UNFCCC), das von 175 Ländern ratifiziert wurde, zielt darauf ab, die Zunahme der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Zudem wird angestrebt, den Temperaturanstieg auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu beschränken, da dies die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels signifikant reduzieren würde.

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sind fundamentale Veränderungen notwendig. Eine zunehmende Anzahl von Kalk- und Zementfirmen hat ihre Bemühungen zur Dekarbonisierung vorangetrieben und sich bis 2050 zu Klimaneutralität verpflichtet.

Gleichzeitig wird die Nachfrage nach Zement und Kalk weiterhin ansteigen, angetrieben durch das Wachstum der Weltwirtschaft und die Entwicklung vieler Märkte weltweit. Die vielfältigen und guten Eigenschaften des Baustoffs Beton, wie lokale und weit verbreitete Verfügbarkeit, Vielseitigkeit, Bezahlbarkeit, Belastbarkeit, Fähigkeit zur Reduzierung des Energiebedarfs in Gebäuden sowie vollständiger Wiederverwertbarkeit, lassen sich nicht 1:1 durch andere Baustoffe, wie z.B. Holz ersetzen.

 

Die Technik zur Herstellung von Portlandzement wurden über hunderte von Jahren optimiert. Heute ist die Herstellung kostengünstig und sehr effizient. Die direkten CO2 Emissionen während des Herstellungsprozess konnten z.B. durch die Steigerung der Energieeffizienz, Nutzung alternativer Brennstoffe und Klinkersubstitution seit 1990 um mehr als 20% reduziert werden.

Trotz dieser Schritte sind 8% der globalen CO2-Emissionen mit der Zement- und Kalkproduktion verbunden. Sie sind damit die größte industrielle Einzelquelle von CO2-Emissionen. Grund hierfür ist, dass die meisten CO2-Emissionen direkt und unvermeidbar während der Verarbeitung des Zementes und des Kalkes freigesetzt werden. Diese „Prozess-Emissionen” werden zusätzlich zu dem CO2 aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, zum Antrieb des Prozesses, freigesetzt (sie machen etwa 10-40% der Gesamtemissionen eines Werkes aus, abhängig vom genutzten Brennstoff).

CaCO3 (Kalkstein) + Hitze ® CaO (Kalk) + CO2 (Kohlenstoffdioxid)

Damit die Zielsetzungen der EU, die Kohlenstoffemissionen bis 2030 um 60% zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu sein, erreicht werden, müssen in den meisten europäischen Zementwerken Technologien eingesetzt werden, die sicherstellen, dass kein CO2 in die Atmosphäre freigesetzt wird (siehe Abschnitt x bezüglich der Mittel zum dauerhaften Abfangen der abgeschiedenen Emissionen). LEILAC ist eine mögliche Schlüsseltechnologie, die direkt die prozessbedingten CO2-Emissionen effektiv und effizient abscheidet.

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This project has received € 12m of funding from Horizon 2020 program for research and innovation of the European Union under the grant agreement No 654465.